Farbe bekennen

Es gibt Momente im Leben, da muss man Farbe bekennen. Und es gibt Taten, zu denen muss man Stellung beziehen – für sich selbst oder sogar öffentlich, denn Unrecht ist wie ein komisches Geräusch am Auto: So etwas geht nicht von selbst weg, es bedarf eines aktiven Eingreifens von außen!

Seit einigen Tagen kursiert ein Video im Internet, das einen bekannten Hundetrainer zeigt, auf dessen Anweisung hin einem angeblich aggressiven Hund in einer gestellten Begegnungssituation ein Blechnapf übergebraten wird. Selbstverständlich löste das Video bei Hundefreunden massive Proteststürme und Wutausbrüche aus, die bis hin zu Morddrohungen gegen den Betreiber der Hundeschulen“kette“ reichten. Anhänger dieses „Trainers“ und leider auch er selbst reagierten mit Rechtfertigungen und dem Totschlagargument „sonst wäre der Hund eingeschläfert worden“. Kein Wort der Reue, keine Einsicht, kein Innehalten, warum die Reaktionen so massiv sind. Der Täter versuchte sich also zudem an der Täter-Opfer-Umkehr, da jetzt ja plötzlich er den massenmedialen Blechnapf  auf den Kopf bekommt.

In diesem Fall möchte ich nicht nur Links empfehlen, sondern selbst Farbe bekennen:

  • Es gibt keinen Kontext in der Hundeerziehung, der diese Maßnahme rechtfertigt. Der Hund lernt in dieser Situation nichts, was zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führen würde. Stattdessen wird er physisch und psychisch misshandelt.
  • Was Scheiße aussieht, ist in dem Fall eindeutig Scheiße und sollte daher auch als Scheiße bezeichnet werden.
  • Der entsprechende Trainer zeigt keinerlei Einsicht, ebensowenig seine Anhänger, womit sie sich selbst zusätzlich disqualifizieren.
  • Die Reaktionen auf dieses Video sagen auch sehr viel über die Menschen selbst. Über mich z.B., dass ich manchmal die Klappe nicht halten mag.

Wer sich weiter darüber informieren möchte, dem seien hier zwei sinnvolle Links zur Verfügung gestellt.

Das Video selbst. Mit eigenen Augen sehen, bevor man mitreden kann.

Journalistisch gut aufgearbeitete Reaktion in „Newsblogging„.

Sehr fundiert, was die fachliche Inkompetenz des „Trainings“ anbelangt, Stellungnahme des BHV.

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