Farbe bekennen

Es gibt Momente im Leben, da muss man Farbe bekennen. Und es gibt Taten, zu denen muss man Stellung beziehen – für sich selbst oder sogar öffentlich, denn Unrecht ist wie ein komisches Geräusch am Auto: So etwas geht nicht von selbst weg, es bedarf eines aktiven Eingreifens von außen!

Seit einigen Tagen kursiert ein Video im Internet, das einen bekannten Hundetrainer zeigt, auf dessen Anweisung hin einem angeblich aggressiven Hund in einer gestellten Begegnungssituation ein Blechnapf übergebraten wird. Selbstverständlich löste das Video bei Hundefreunden massive Proteststürme und Wutausbrüche aus, die bis hin zu Morddrohungen gegen den Betreiber der Hundeschulen“kette“ reichten. Anhänger dieses „Trainers“ und leider auch er selbst reagierten mit Rechtfertigungen und dem Totschlagargument „sonst wäre der Hund eingeschläfert worden“. Kein Wort der Reue, keine Einsicht, kein Innehalten, warum die Reaktionen so massiv sind. Der Täter versuchte sich also zudem an der Täter-Opfer-Umkehr, da jetzt ja plötzlich er den massenmedialen Blechnapf  auf den Kopf bekommt.

In diesem Fall möchte ich nicht nur Links empfehlen, sondern selbst Farbe bekennen:

  • Es gibt keinen Kontext in der Hundeerziehung, der diese Maßnahme rechtfertigt. Der Hund lernt in dieser Situation nichts, was zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führen würde. Stattdessen wird er physisch und psychisch misshandelt.
  • Was Scheiße aussieht, ist in dem Fall eindeutig Scheiße und sollte daher auch als Scheiße bezeichnet werden.
  • Der entsprechende Trainer zeigt keinerlei Einsicht, ebensowenig seine Anhänger, womit sie sich selbst zusätzlich disqualifizieren.
  • Die Reaktionen auf dieses Video sagen auch sehr viel über die Menschen selbst. Über mich z.B., dass ich manchmal die Klappe nicht halten mag.

Wer sich weiter darüber informieren möchte, dem seien hier zwei sinnvolle Links zur Verfügung gestellt.

Das Video selbst. Mit eigenen Augen sehen, bevor man mitreden kann.

Journalistisch gut aufgearbeitete Reaktion in „Newsblogging„.

Sehr fundiert, was die fachliche Inkompetenz des „Trainings“ anbelangt, Stellungnahme des BHV.

Ganz schön zackig!

Schon seit vielen Jahren postet Zak George, ein amerikanischer Hundetrainer, der beweist, dass auch diese – im Gegensatz zu du-weißt-schon-wem – über Herz und Verstand verfügen, interessante Videos zur Hundeerziehung. So viel Englisch sollte man schon können, ansonsten rate ich zumindest zu einem VHS-Kurs 😉 !

Hier äußert er sich dazu, warum er gegen die Verwendung von elektrischen Zäunen oder Anti-Bellhalsbändern ist und dafür, die Hunde im Haus leben zu lassen (für meine deutschen Leser: Ja, sowas ist in den angeblich zivilisierten USA tatsächlich erwähnenswert). Am meisten berührt hat mich der Satz (bei ca. 1:45): „Dogs are not a nuisance that we need to shock“. Wie wahr: Wer seine Hunde nur als lästig und störend empfindet, sollte sie erziehen oder sich erst gar keinen Hund anschaffen.

Happy Halloween!

Wer mich kennt, weiß, dass ich meine Pudel lieber „naturbelassen“ habe, sprich eher weniger Wert auf Grooming lege. Heißt: Die Wolle muss ab und zu runter und Pudelhaare brauchen auch ab und zu ein richtiges Bad, aber im Großen und Ganzen verwende ich wenig Zeit auf die Pudelschur. Ich muss sicher auch nicht ausformulieren, was ich von gefärbten Hunden halte. Trotzdem versetzen mich die amerikanischen „Professional Creative Groomers“ immer wieder in Staunen und ich bin innerlich zerrissen zwischen Anerkennung der kreativen Leistung und hundehalterischem Gruseln. Passend zu Halloween solltet ihr aber einen Blick auf diese  gelungene „Kreation“ werfen, die auf jeden Fall Gruseln auslöst – ob so oder so!

Wer mehr vom Zombie-Pudel sehen möchte, sollte diese Seite besuchen. Kopfschütteln nicht vergessen!

Happy Halloween!

Jackolantern

Bring’s!

Verzeiht die zeitweilige Stille und dass ich „es“ bzw. neue Posts in letzter Zeit nicht gebracht habe. Zeitmangel und so… Ich hoffe, ich werde jetzt wieder aktiver sein können. Fangen wir doch gleich mal mit einem netten Video zum Apportieren an. Die Methode erscheint mir gut für Hunde, die noch gar nicht so recht etwas mit dem Bringen anfangen können und so mehr „Zug“ zu Frauchen bekommen.

Nobody’s perfect…

In diesem sehr schönen Blogbeitrag zeigt Eileen, welche Nebenwirkungen („superstitious behaviour“) beim Clickertraining auftreten können. Wem der englische Artikel zu lang ist, der sollte sich wenigstens die Videos dazu ansehen, in denen die Autorin schön erklärt, welches Verhalten unabsichtlich (mit)trainiert wurde. Erkenntnis: Man könnte einem Hund theoretisch die subtilsten Dinge beibringen, wieso ist es dann so schwer, Steh, Sitz und Platz zu unterscheiden? 😉 Konsequenz: Nur noch vor laufender Kamera trainieren, damit wir später herausfinden können, WAS wir eigentlich wirklich antrainiert haben. Im Übrigen kenne ich einen Hund, der genau diesen Sprung zwischen den letzten zwei Slalomstangen macht, und nein, ich kenne den Hund wirklich nur, es ist keiner meiner Hunde! 🙂